Feinkost Rühl

TILAPIA

 

Lebensweise

Die unter dem Namen Tilapia  zusammengefaßten

Fische gehören zur Familie der Buntbarsche (Cicli-

den),die mit etwa 1.000 Arten in den Gewässern

der tropischen und subtropischen Gebiete von Afri-

ka, Madagaskar, Südamerika und Asien beheimatet

sind. Verbreitungsschwerpunkt ist  Afrika, wo allein

etwa 700 Arten vorkommen.

Der Tilapia stammt ursprünglich aus dem Nilgebiet

(Oreochromisniloticus)und taucht schon früh in

der Geschichte auf. So soll mit diesem Fisch Jesus

die Fünftausend gespeist haben. Vielfach wird der

Tilapia auch St.-Peter-Fisch,der Fisch des bibli-

schen Fischers, genannt.In Israel wird Tilapia heute

in Kibbuzim gezüchtet und gilt als populärster Fisch

des Landes.

Der Fisch liebt Wassertemperaturen zwischen 20

und 30 Grad Celsius, ist äußerst kälteempfindlich,

stellt bei tieferen Temperaturen Gewichtszunahme

und Wachstum ein und geht ein, wenn das Wasser

noch kälter wird. Bei idealen Temperaturen gedeiht

und wächst er schnell, da er ein ausgezeichneter

Futterverwerter ist –die meisten Tilapiaarten sind

Pflanzenfresser. Der Nil-Tilapia erreicht schnell ein

Gewicht von 2,5 bis sechs Kilogramm und eine

Größe von einem halben Meter.

Die Tiere werden schon nach einem halben Jahr

geschlechtsreif und brüten in den Tropen alle sechs

bis acht Wochen. In der Paarungszeit baut das

Männchen ein Nest, das er gegen Konkurrenz ver-

teidigt und in dem er die Eier befruchtet. Pro Kilo-

gramm Gewicht legt das Weibchen rund 1.500 Eier

ab.Je nach Spezies –Boden- oder Maulbrüter –

entwickeln sich die Larven am Boden oder im Maul

des Weibchens. Die Larven sind extrem durchset-

zungsfähig.

 

Aussehen/Erkennungsmerkmale

Die Körperformen variieren je nach Art von

hechtähnlich bis scheibenförmig.

Der Nil-Tilapia hat eine kompakte, rundliche Form.

Der Körper ist braungrau mit dunklen Querbinden.

Haupterkennungsmerkmal ist seine lange, durch-

gängige Rückenflosse, die aus dem Zusammen-

wachsen zweier einzelner Rückenflossen entstan-

den ist. Auffallend sind auch die kräftig ausgebilde-

ten Brustflossen und die starke Afterflosse.

Der Mosambik-Tilapia ist dagegen am Körper heller

getönt, der Rücken ist dunkel, und entlang der

Seitenlinie verlaufen dunkle Längsstreifen. Im

Unterschied zum Nil-Tilapia besitzt diese Spezies

zwei aneinanderstoßende, aber unterscheidbare

Rückenflossen.

Da die verschiedenen Tilapia-Arten sich unterein-

ander kreuzen und auch von Züchtern ständig

gekreuzt werden, sind die Erscheinungsbilder äu-

ßerst vielfältig und die Farbtönungen zahllos.

 

Herkunft

Wildfänge machen heute weniger als die Hälfte

der Tilapia-Produktion aus und werden

überwiegend lokal in den Fangregionen verbraucht.

Als Speisefische für die entfernteren Märkte finden

nur die größer werdenden Arten des Tilapia Ver-

wendung. Wegen der Unberechenbarkeit der Qua-

lität der Wildfänge (z.B.oft Algenbeigeschmack)

werden sie in Aquakulturen gezüchtet. Sie gehö-

ren zu den erfolgreichsten Zuchtfischen der letz-

ten Jahrzehnte. Als Fische der tropischen und sub-

tropischen Gewässer werden sie vor allem in Salz-

sowie in Süßwasserkulturen in den Ländern der

Dritten Welt gezüchtet, aber auch in vielen an-

deren Ländern,z.B.in den USA.

Die Tilapien für den deutschen bzw.europäischen

Markt stammen aus Farmen in China,Taiwan

(größter Exporteur),Lateinamerika/Karibik,Philip-

pinen,Mexiko/USA,Thailand,Afrika,Indonesien

oder Ägypten (keine Rangfolge).